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artsFeb 8, 202555:25pending

Die Sprache der Liebe

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Wann war das noch mal, als man über Sex sprach wie Ingenieure über den Bau einer Brücke? In der neuen Folge unseres Buch-Podcasts „Was liest du gerade?“ diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski über das neue Buch von Michael Köhlmeier, „Die Verdorbenen“. Darin geht es um die Liebe in den wüsten Siebzigerjahren, als man sich von allen Liebeskonventionen befreien wollte und nicht wusste, wie das geht. Die langweilige, „warmbackene“ Liebe der Eltern war kein Vorbild mehr. Man wollte lieber gefährlich, radikal und unbedingt sein. Die Anleitung zum Lieben kam aus Filmen und Büchern. Auf die Frage, was es ist, das man im Leben auf alle Fälle wenigstens einmal tun möchte, hatte man dann manchmal nur die schlimmste aller möglichen Antworten. Außerdem geht es um den gefeierten neuen Roman „Verzauberte Vorbestimmung“ von Jonas Lüscher. Nach seiner schweren Covid-Erkrankung, die der Autor nur mithilfe hoch technisierter Apparatemedizin überlebte, hat er ein wildes Buch über das Verhältnis von Mensch und Maschine geschrieben. Es geht auf den Spuren des Schriftstellers Peter Weiss nach Südfrankreich und Böhmen, aber auch nach Ägypten und in eine von Cyborgs bevölkerte Zukunft. Eindrückliche Todesbilder und düstere Träume von einer menschenleeren, durchtechnisierten Maschinenwelt begleiten diese Reise. Am Ende ist es auch hier die Liebe, die alles retten darf. Unser Zitat der Woche kommt aus dem Roman „Monique bricht aus“ von Édouard Louis (aus dem Französischen von Sonja Finck), in dem der französische Autor von der Befreiung seiner Mutter aus einer gewaltvollen Liebesbeziehung zu einem alkoholabhängigen Pariser Hausmeister berichtet. Unser Klassiker ist passend zu dem Roman von Jonas Lüscher: Peter Weiss' Novelle „Der Schatten des Körpers des Kutschers“. Der 1960 zum ersten Mal erschienene Miniroman ist in seinem überwältigenden, hyperpräzisen Beschreibungsrausch womöglich ein Vorbild für den Stil von Jonas Lüscher. Aber auch sonst ist er ein mitreißendes kleines Werk deutscher Nachkriegsliteratur, dessen mächtige Innovationskraft bis heute anhält. Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected].   Literaturangaben: Michael Köhlmeier: „Die Verdorbenen“, Hanser Verlag, 160 S., 23 Euro  Jonas Lüscher: „Verzauberte Vorbestimmung“, Carl Hanser Verlag, 352 S., 26 Euro Édouard Louis: „Monique bricht aus“, S. Fischer Verlag, 160 S., 22 Euro Peter Weiss: „Der Schatten des Körpers des Kutschers“, Suhrkamp Verlag, 100 S., 15 Euro [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

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