Dieses Mal geht es um einen tollen neuen Trend: Klassiker der
Weltliteratur werden noch einmal neu geschrieben, aber jetzt viel
moderner und zeitgemäßer. Wir sprechen über Percival Everetts Remake
von Mark Twains Huckleberry Finn. In der neuen Fassung des Romans ist es
der Sklave James, der die alte Geschichte von Rassismus und brutaler
Unterdrückung aus seiner Sicht erzählt. Bei Everett ist der Sklave kein
dummer, pseudokindlich sprechender Schwarzer mehr wie bei Twain, sondern
ein gebildeter Schwarzer, der die Weißen schlau an der Nase herumführt,
indem er den Dummen nur spielt.
Außerdem tauchen wir in dem Debüt der Österreicherin Julia Jost, Wo der
spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht, noch einmal
ein in das schöne Kärnten in seiner alten Pracht und Scheußlichkeit,
samt unverbesserlichen Alt-Nazis, neurechten Populisten, schlagenden
Vätern und missbrauchten Messdienern.
Unser Zitat der Woche stammt aus Inga Machels Debütroman Auf den
Gleisen, einem berührenden Erinnerungsbuch über einen jungen Mann, der
seinen an Depressionen leidenden Vater verloren hat.
Unser Klassiker ist die Neuübersetzung von Julien Greens Roman Treibgut,
einem vor über neunzig Jahren zum ersten Mal erschienenen Paris-Roman,
der unnachahmlich die Abgründe unerfüllter Liebe auslotet.
Sie erreichen das Team von Was liest du gerade? unter:
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Literaturangaben:
Percival Everetts: James, Hanser, 336 Seiten, 26 Euro
Jette Jost: Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf
fletscht, Suhrkamp, 231 Seiten, 24 Euro
Inga Machels: Auf den Gleisen, Rowohlt, 160 Seiten, 22 Euro
Julien Green: Treibgut, Hanser, 400 Seiten, 28 Euro
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