Plötzlich bist du ein »ausländischer Agent« – das bedeutet: Du verlierst
die Kontrolle über dein Leben an den russischen Staat. Und das könnte
erst der Anfang sein. Ein Gericht könnte deine Organisation für
unerwünscht, extremistisch – oder gar terroristisch – erklären. Die
Folge: jahrelange Haft. Die Gesetze sind bewusst schwammig gehalten,
sodass sie jeden treffen könnten. Das jüngste Opfer: die
Menschenrechtsorganisation Memorial.
Die Angst geht um in Russland. Der Staat und die Geheimdienste erfinden
überall neue Bedrohungen und Gefahren – und bekämpfen sie mit Gewalt und
Repression. Viele besinnen sich auf alte sowjetische Regeln: Trau keinem
Fremden, sag nicht das Falsche, heb den Kopf nicht aus der Menge. Die
Mehrheit flieht in die Passivität, so wie schon ihre Vorfahren zu
überleben versucht haben.
Über Putins Herrschaft, die auf Angst gebaut ist, sprechen Michael
Thumann und Alice Bota in dieser Folge des Ostcasts. Denn die Furcht,
die Putin verbreitet, kennt er selbst: Ein zutiefst ängstlicher Mann,
der sich hinter Virendetektoren und in Bunkern verbarrikadiert. Aber er
und seine Helfer exportieren diese Angst. Und drohen den Europäern immer
wieder mit der ultimativen Katastrophe: dem Nuklearschlag.
Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen
und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen
Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.
Unter
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