Tausende Haushalte ohne Strom, für mehrere Tage, im tiefsten Winter: Der
Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin Anfang Januar hat
gezeigt, wie schnell es zu Ausnahmesituationen kommen kann. Wie sind die
Menschen in Deutschland auf solche Notfälle vorbereitet? Wie sieht
vernünftige Vorsorge aus? Sollten wir alle zu Preppern werden – und was
steckt eigentlich hinter dem Begriff? Oder ist das alles gerade etwas
überbewertet?
Darum geht es in der neuen Folge von "Ist das eine Blase?", dem
Wirtschaftspodcast der ZEIT über Geld, Macht, Gerechtigkeit. Darin
sprechen die Hosts Carla Neuhaus und Jens Tönnesmann über eine aktuelle
Studie der TU Kaiserslautern-Landau (PDF), die zeigt, wie schlecht die
Deutschen auf eine Katastrophe vorbereitet sind. Sei es, weil sie sich
damit nicht beschäftigen wollen oder ihnen der Platz für Vorräte fehlt.
Was Menschen dazu bringt, sich vorzubereiten, und welche Rolle dabei zum
Beispiel das fehlende Vertrauen in den Staat spielt, auch das
thematisiert diese Folge.
Zu Gast ist der Kulturwissenschaftler Julian Genner, der sich in den
vergangenen Jahren für sein Buch "Im Prepperkeller" intensiv mit der
Prepperszene beschäftigt hat. Im Podcast berichtet er von seinen
Besuchen bei Preppern und erklärt, warum Preppen kein Randphänomen mehr,
sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Genner erklärt
auch, was Preppen von vernünftiger Vorsorge unterscheidet: Den Preppern
gehe es eher egoistisch darum, "den Zusammenbruch der Gesellschaft" zu
überleben, während in sinnvoller Vorsorge ein Solidaritätsgedanke
stecke: Man bereitet sich vor, um im Krisenfall das System und die
Einsatzkräfte zu entlasten.
Kritisch sieht Genner allerdings, dass auch in der normalen
Krisenvorsorge übersehen werde, wie wichtig soziale Kontakte und
Beziehungen im Notfall seien. "Ich kann noch so viele Konservendosen und
Survivalausrüstungen zu Hause haben", sagt Genner, mit einer Krise werde
man kaum alleine fertig. "Man ist auf andere angewiesen."
"Ist das eine Blase?" ist der Wirtschaftspodcast der ZEIT. Alle zwei
Wochen montags diskutieren die Hosts Carla Neuhaus, Jens Tönnesmann und
Zacharias Zacharakis über das, was die Welt im Innersten zusammenhält:
Geld, Macht und Gerechtigkeit.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts, Bonusfolgen und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen
kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen
möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum
Angebot.