Sieben Jahre und zehn Monate: So lang muss der Mann ins Gefängnis, der
als ZombieVampire das Crimenetwork betrieben hat – einen der größten
deutschsprachigen illegalen Marktplätze im Internet. Auf dem Marktplatz
wurden nicht nur Drogen gehandelt, sondern auch Kontodaten, gefälschte
Pässe oder Anleitungen für Straftaten im Netz. Die sind heute so
verbreitet, dass Ermittler nur etwa jeden dritten erfassten Fall
aufklären können – außerdem gibt es ein großes Dunkelfeld.
Aber wie funktionieren die Geschäftsmodelle von Cyberkriminellen – und
warum nehmen Marktplätze wie Crimenetwork dabei so eine zentrale Rolle
ein? Weshalb übt das Darknet so eine Anziehungskraft auf junge Menschen
aus, die dann zu Tätern werden? Und wie reagiert die Szene darauf, wenn
Darknet-Marktplätze abgeschaltet und Täter festgenommen werden?
Darum geht es in der neuen Folge von "Ist das eine Blase?", dem
Wirtschaftspodcast der ZEIT. Die Hosts Carla Neuhaus und Jens Tönnesmann
sprechen in dieser Folge zunächst mit Kai Biermann und Martín Steinhagen
aus dem Investigativ-Team der ZEIT. Die beiden erklären, wie
professionell und arbeitsteilig Cyberkriminalität heute funktioniert.
"Cybercrime ist eine zunehmende Bedrohung für die Volkswirtschaft, für
die Sicherheit und den Betrieb von kritischen Infrastrukturen und für
ganz normale Menschen", sagt Biermann. Dazu kommt, dass viele der Täter
aus dem Ausland operieren oder die technische Infrastruktur außerhalb
Deutschlands betreiben und deswegen besonders schwer zu fassen sind.
Außerdem ist Jan Löber zu Gast. Der Staatsanwalt von der Zentralstelle
zur Bekämpfung der Internet- und Computerkriminalität in Frankfurt am
Main vertrat die Anklage im Verfahren gegen Jannis H., der unter dem
Namen ZombieVampire den Marktplatz Crimenetwork betrieben hat. Löber
berichtet, wie die Ermittler Jannis H. auf die Schliche gekommen sind,
warum solche Ermittlungen so langwierig sind und warum die Ermittler
nicht sofort zugegriffen haben, als sie die Identität des Täters
kannten. Löber erklärt auch, warum sich so viele Cybercrimedelikte nicht
aufklären lassen und was die Kriminalität im Netz von analoger
Kriminalität unterscheidet – und weshalb Abschreckung und Prävention zu
wenig wirken. "Die Verlockungen des Darknet sind da schon teilweise sehr
hoch", sagt Löber. Er warnt die Täter aber auch, sich nicht in einer
falschen Sicherheit zu wiegen: "Wir, die Strafverfolgungsbehörden, haben
einen unheimlich langen Atem."
Hier finden Sie die im Podcast angesprochenen Beiträge:
Diese Kriminellen wachsen sofort wieder nach
Jannis H. wurde Millionär, teure Autos, Wohnung in Dubai. Das Angebot
seiner Plattform: Drogen und Kontodaten. Sein Prozess zeigt, wie
Darknet-Bosse Nachfolger schulen.
Dieser Emoji half, ihn zu überführen: 🤗
Jannis H. hat mit dem Drogenhandel auf seiner Plattform Crimenetwork ein
Vermögen gemacht. Nun wurde er verurteilt. Eine Botschaft war dem
Richter besonders wichtig.
Ein Doppelleben als Familienvater und Darknet-Baron
Martin "The One" Frost betrieb einen der größten Marktplätze im Darknet
– bis er aufflog. 2021 wurde er zu einer langen Haftstrafe verurteilt.
Wo ist die Millionenbeute?
Wie rutschte Louis ins Darknet ab?
In der Schule wird er gemobbt, im Darknet erfährt er Anerkennung – und
taucht immer tiefer in eine kriminelle Szene ab. Folge eins unserer
Miniserie über Louis
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